Wie löscht man Google Bewertungen
Eine einzige verärgerte Ein-Sterne-Bewertung bei Google kann mehr Bewerber abschrecken als zehn gut gemachte Stellenanzeigen anziehen. Wer heute eine Stelle sucht, googelt den Arbeitgeber – und stößt dabei zuerst auf das Google-Unternehmensprofil mit seinen Sternen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wann und wie man Google Bewertungen löschen lassen kann, wenn sie unzulässig sind und das Employer Branding beschädigen.
Warum negative Google-Bewertungen das Employer Branding gefährden
Google-Bewertungen sind für viele Unternehmen eigentlich ein Marketinginstrument gegenüber Kunden. Doch sie wirken weit über den Vertrieb hinaus: Studien zum Bewerberverhalten zeigen seit Jahren, dass Kandidaten Online-Bewertungen als eine der wichtigsten Informationsquellen vor einer Bewerbung nutzen. Ein schlechter Durchschnitt oder einzelne sehr emotionale Kommentare – etwa von ehemaligen Mitarbeitenden, abgelehnten Bewerbern oder verärgerten Geschäftspartnern – werden dabei automatisch als Aussage über die Unternehmenskultur gelesen.
Das Problem: Anders als auf reinen Arbeitgeber-Bewertungsportalen ist bei Google nicht erkennbar, ob eine Bewertung von einem Kunden, einem Ex-Mitarbeiter oder einem völlig Unbeteiligten stammt. Für die Arbeitgebermarke zählt nur der Eindruck, der beim Lesen entsteht.
Welche Google-Bewertungen lassen sich überhaupt löschen?
Wichtig vorab: Nicht jede unangenehme Bewertung ist auch eine unzulässige. Eine ehrliche, sachlich formulierte Kritik ist von der Meinungsfreiheit gedeckt und wird weder von Google entfernt noch lässt sie sich rechtlich angreifen. Gute Chancen auf Löschung bestehen hingegen bei:
- Fehlender Kundenbeziehung: Der Bewertende hatte nachweislich keinen Kontakt zum Unternehmen (häufig bei Fake-Bewertungen oder Bewertungen durch Wettbewerber).
- Falschen Tatsachenbehauptungen: Es werden überprüfbare Dinge behauptet, die nicht stimmen – etwa nicht gezahlte Löhne oder erfundene Vorfälle.
- Beleidigungen und Schmähkritik: Der Text dient erkennbar nur der Herabsetzung, nicht der Auseinandersetzung mit der Sache.
- Verstößen gegen die Google-Richtlinien: Spam, Interessenkonflikte, Hassrede, Nennung personenbezogener Daten Dritter oder Bewertungen zu einem anderen Standort.
- Bewertungen durch aktuelle oder ehemalige Mitarbeitende: Google stuft diese als Interessenkonflikt ein, sofern die Zugehörigkeit erkennbar ist.
Google Bewertung löschen lassen: Schritt für Schritt
1. Bewertung sichern und prüfen
Machen Sie einen Screenshot mit Datum, Bewertungstext und Nutzernamen. Prüfen Sie anschließend intern: Gibt es diese Person als Kunde, Bewerber oder Mitarbeiter? Welche Aussagen im Text sind Tatsachenbehauptungen, welche sind Meinung? Diese Einordnung entscheidet über den weiteren Weg.
2. Bewertung über das Google-Unternehmensprofil melden
Der erste offizielle Weg führt über das Google-Unternehmensprofil. Dort können Sie jede Bewertung als unangemessen melden und einen Richtlinienverstoß angeben. Die Vorgehensweise beschreibt Google in seiner Hilfe zum Entfernen von Rezensionen. Rechnen Sie mit einer Bearbeitungszeit von einigen Tagen bis mehreren Wochen. Erfahrungsgemäß werden nur eindeutige Verstöße auf diesem Weg entfernt.
3. Nachfassen mit dem Tool zur Verwaltung von Rezensionen
Wird die Meldung abgelehnt, können Sie den Fall über das Google-Tool zur Verwaltung von Rezensionen erneut prüfen lassen und Ihre Begründung ausführlicher darlegen. Je konkreter Sie belegen, warum die Bewertung unzulässig ist – etwa durch den Nachweis, dass keine Geschäftsbeziehung bestand –, desto höher die Erfolgschance.
4. Rechtliche Schritte einleiten
Bleibt Google untätig, obwohl die Bewertung rechtswidrig ist, bleibt der juristische Weg. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss Google eine Bewertung prüfen, sobald das Unternehmen sie substantiiert beanstandet – und im Zweifel den Bewertenden zur Stellungnahme auffordern. Kann dieser den Kontakt nicht belegen, ist die Bewertung zu löschen. Dieses Verfahren führt ein auf Bewertungsrecht spezialisierter Anwalt deutlich schneller und erfolgreicher als das Unternehmen selbst. Diesen finden Sie bei Kanzleien, die sich auf das Löschen von Google-Bewertungen konzentrieren und häufig zu festen Pauschalen arbeiten.
Bewertungen beantworten: Führung zeigen, statt zu schweigen
Solange eine Bewertung online ist – und bei berechtigter Kritik dauerhaft –, ist die öffentliche Antwort Ihr wirksamstes Instrument. Bewerber lesen nicht nur die Bewertung, sondern vor allem, wie das Unternehmen damit umgeht. Eine sachliche, respektvolle Antwort, die Verantwortung übernimmt und Verbesserungen benennt, wirkt oft stärker als der ursprüngliche Vorwurf. Eine gereizte oder rechtfertigende Antwort dagegen bestätigt genau das Bild, das die Bewertung zeichnet.
Praktische Regeln für die Antwort:
- Innerhalb weniger Tage reagieren, nicht nach Wochen.
- Sich bedanken, das Anliegen ernst nehmen, keine Schuldzuweisung.
- Keine internen Details oder personenbezogenen Daten preisgeben.
- Einen konkreten Ansprechpartner für ein direktes Gespräch anbieten.
Prävention: Bewertungen als Thema der Personalführung
Die meisten geschäftsschädigenden Bewertungen von Mitarbeitenden entstehen nicht aus dem Nichts, sondern nach Konflikten, die intern nicht gelöst wurden – ein missglücktes Austrittsgespräch, eine Kündigung ohne Erklärung, ein ignoriertes Feedback. Wer Bewertungen dauerhaft im Griff behalten will, setzt deshalb vor dem Klick an: bei einer Führungskultur, in der Kritik intern einen Platz hat. Wie sich das im Alltag umsetzen lässt, zeigen die Beiträge zu Personalführung und Mitarbeiterführung auf dieser Seite.
Ergänzend lohnt es sich, zufriedene Kunden und Partner aktiv um Bewertungen zu bitten. Ein breites Fundament positiver Stimmen federt einzelne Ausreißer ab und sorgt dafür, dass eine negative Bewertung nicht mehr die erste ist, die ein Bewerber sieht.
Fazit
Google Bewertungen löschen zu lassen ist möglich – aber nur, wenn die Bewertung gegen Richtlinien oder geltendes Recht verstößt. Der Weg führt über die Meldung im Unternehmensprofil, das Nachfassen über das Rezensions-Tool und im Zweifel über einen spezialisierten Anwalt. Genauso wichtig für das Employer Branding sind die professionelle Antwort auf berechtigte Kritik und eine Führungskultur, die Konflikte löst, bevor sie öffentlich werden.
Häufige Fragen zum Löschen von Google-Bewertungen
Wie lange dauert es, bis Google eine gemeldete Bewertung löscht?
Bei eindeutigen Richtlinienverstößen meist wenige Tage bis zwei Wochen. Bei strittigen Fällen kann das Verfahren mehrere Wochen dauern oder ohne Löschung enden.
Kann ich eine Bewertung eines ehemaligen Mitarbeiters löschen lassen?
Ja, wenn erkennbar ist, dass die Bewertung von einem (ehemaligen) Mitarbeitenden stammt. Google wertet das als Interessenkonflikt. Zusätzlich greifen bei falschen Tatsachenbehauptungen oder Beleidigungen die allgemeinen rechtlichen Möglichkeiten.
Was kostet es, eine Google-Bewertung anwaltlich löschen zu lassen?
Viele spezialisierte Kanzleien arbeiten mit Festpreisen pro Bewertung, teilweise erfolgsabhängig. Die Kosten sind in der Regel deutlich niedriger als der Schaden, den eine dauerhaft sichtbare Falschbewertung im Recruiting anrichtet.